Der Fasan: Lebensraum, Verhalten & Fortpflanzung

Europäischer Jagdfasan
Wie der Fasan lebt, seine Besonderheiten, sein Paarungsverhalten, seine Revierkämpfe und viele interessante Fakten erfahrt Ihr in diesem extra ausführlichen Beitrag.

Außerdem: Zahlreiche Bilder, Stimmaufnahmen, Videos, Diagramme und Tabellen mit vielen Infos.


Der Fasan ist mit seinem prächtigen Gefieder, dem typischen „Gog-kock“ Balzruf und seinem interessanten Balz- und Paarungsverhalten bei Fotografen, Naturliebhabern und Jägern gleichermaßen beliebt. Dabei ist der Fasan kein einheimischer Vogel. Er wurde erstmals durch die Griechen in Europa, später durch die Römer in Deutschland eingeführt.

Vor dem Fotografieren oder Beobachten von Fasanen, ist es sehr wichtig sich mit den besonderen Gewohnheiten und Eigenschaften der Tiere auseinanderzusetzen. Denn erst mit dem richtigen theoretischen Grundlagenwissen kann man die Tiere vor Ort finden, verstehen und seinem Hobby nachgehen, ohne die Tiere dabei in Ihrer natürlichen Umgebung zu stören. Dieser Beitrag behandelt sehr ausführlich das Aussehen, die Gewohnheiten, den Lebensraum und die interessanten Verhaltensweisen des europäischen Jagdfasans.

Die reinen Fakten zum Fasan findet Ihr im Steckbrief (inkl. Fach-/Jägersprache) als PDF zum Download

Aussehen des Jagdfasans

Hahn (Männchen) Henne (Weibchen)
Länge 80 bis 90cm, davon 45 bis 50cm Spiel (Schwanzfedern) 53 bis 70cm, davon Spiel (Schwanzfedern) 20 bis 25cm
Flügelspannweite 70 bis 80cm keine Infos vorhanden, wahrscheinlich zwischen 46 und 60cm
Gewicht 1,25 kg bis 1,75 kg (je nach Unterart) 0,9 bis 1,2 kg (je nach Unterart)

Der Hahn (Männchen)

Aussehen des europäischen Jagdfasans (Hahn - Männchen)

Der Fasanenhahn ist etwa so groß wie ein Haushuhn und insbesondere an seiner stolzen Körperhaltung zu erkennen.

Seine auffälligsten Merkmale sind das prächtige Gefieder, der mehr oder weniger ausgeprägte, weiße Halsring, die typischen „Federohren“ am Hinterkopf, sowie der Kampfsporn an den Beinen/Ständern.

Die auffällig rot gefärbten Bereiche am Kopf des Fasanenhahns nennt der Jäger „Rosen“. Sie schwellen zu Beginn der Balzzeit an und signalisieren der Henne, dass es sich hier um ein gesundes, paarungsbereites Männchen handelt.


Unser heimischer Jagdfasan ist eine Mischform aus vielen Rassen und tritt in verschiedensten Muster- und Farbkombinationen auf. Besonders auffällig sind die Unterschiede beim Hahn:

Verschiedene Variationen vom Halsring und Gefiederfärbung beim FasanenhahnAuch bei mir am Niederrhein findet man Fasane mit und ohne Halsring und in unterschiedlichsten Farbkombinationen auf dem gleichen Feld. Alle drei Hähne auf den Fotos stammen aus dem gleichen Revier.

Der Dunkelfasan
Eine besonders dunkel gefärbte Mutation oder Zuchtform des ursprünglichen Kupferfasans (Phasianus colchicus colchicus), der Dunkelfasan (Phasianus colchicus tenebrosus) erfreut sich besonders in Großbritannien großer Beliebtheit und ist in der Gegend um Norfolk in großer Zahl ausgewildert worden. Weitere Infos und eine Menge Bilder dazu findet Ihr auf gobirding.eu (bitte runterscrollen bis "Tenebrosus Pheasants").

Die Henne (Weibchen)

Aussehen des europäischen Jagdfasans (Henne - Weibchen)

Die Fasanenhenne ist in etwa Ein-Drittel kleiner und leichter als der Hahn und im Gegensatz zu ihm recht unauffällig. Das gras-farbene Federkleid tarnt sie im hohen Gras und schützt sie davor, beim Ausbrüten von Fressfeinden oder Eierdieben entdeckt zu werden.

Anstelle des spitzen Sporns an den Ständern (Beinen) haben sie meistens nur einen kleinen Knopf. Auch die „Federohren“ entfallen bei der Henne.

Die Mischlingsvariationen bei der Henne beschränken sich auf kaum wahrnehmbare Unterschiede im grasfarbenen Federkleid und mehr oder weniger ausgeprägten weiß-roten Bereichen rund um das Auge (siehe Bild).

Was ist eine hahnenfiedrige Henne?
Bei Hennen kann es vorkommen, dass sich durch Geschwüre, Krankheiten oder hohes Alter eine hormonelle Störung ausbildet. Diese führt dazu, dass die Henne weitgehend das Federkleid, als auch das Verhalten des Hahns annimmt. Diese Hennen können dann leicht mit einem Hahn verwechselt werden, sind aber durch die geringere Größe und die fehlenden Federohren vom ihm zu unterscheiden.

Achtung: Jagdfasane mit einem hohen Anteil Mongol-Fasan (siehe Hinweis unter Verbreitungsgeschichte) können die Federohren ebenfalls gänzlich fehlen. Hier kann als Unterscheidungsmerkmal vor Ort die Größe im Vergleich zur Henne, als auch der Sporn angezogen werden.[1a]

Fasanenküken und Jungfasane

Das Federkleid der Küken, schützt die Jungvögel vor Raubtieren, insbesondere vor Greifvögeln und Rabenvögeln. Das sog. Dunenkleid ist beige gefärbt mit zwei bis drei schwarzen, unregelmäßig unterbrochenen Streifen von der Augenpartie bis zum Rumpfende. Diese Farben machen die Küken im hohen Gras nahezu unsichtbar, solange sie sich nicht bewegen.

Nach einigen Wochen sind die Küken zu Jungfasanen herangewachsen und haben bereits ihr Jugendkleid ausgebildet. Dieses weist starke Ähnlichkeiten mit dem Federkleid der Henne auf, ist aber weniger definiert und kommt mit weniger Farbnuancen daher. Die Geschlechter sind in diesem Stadium nicht auseinander zu halten.

Die jungen Fasane haben bereits nach einem Jahr das adulte Federkleid ausgebildet, unterscheiden sich aber noch in Größe und Verhalten von den älteren Tieren. Bei den Junghähnen sind die Rosen (rote Bereiche mit Schwellkörper) gar nicht, bis wenig stark ausgeprägt.

Seltene Farbabweichungen bei Fasanen ("weißer Fasan")

Gelegentlich kommen bei Fasanen Abweichungen in der normalen Farbgebung vor, die nicht auf die Vermischung der Rassen zurückzuführen sind. Die Variationen reichen hier von weiß gescheckten, bis zu komplett in weiß gehüllten Exemplaren.

Während die Hennen schnell mit einer weißen Taube verwechselt werden könnten, bleibt beim Hahn der rote Kopfbereich (sog. Rosen) immer erhalten. Die Augen der weiß gefärbten Fasane sind dunkel gefärbt, es handelt sich also nicht um Albinos.

Das Phänomen kann einzelne Tiere, als auch den gesamten Nachwuchs betreffen. Diese können unter Umständen auch von normal gefärbten Eltern abstammen. Da die weiß gescheckten oder gar komplett weiß gefärbten Tiere ziemlich auffällig sind, werden sie häufiger von Beutegreifern wie dem Fuchs gerissen und aus diesem Grund von Artgenossen meistens nicht toleriert.

Früher waren die weißen Fasane als Ziervögel äußerst beliebt und wurden in einigen Fasanerien in Reinform weitergezüchtet. Diese Variante nannte man „Türkischer Fasan“.[1b]

Verbeitungsgeschichte und Lebensraum des Jagdfasans

Verbreitungsgeschichte

Eigentlich ist der Fasan ein reiner Asiate. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich wie ein Gürtel vom Norden der Türkei und dem Kaukasus, über den Norden des Orients, Zentralasiens, südlich der Wald- und Steppenzone bis nach Südostasien.

Seine erste geschichtliche Erwähnung in Europa hat der Fasan in einer der ältesten griechischen Mythen, der Argonautensage. Die Argonauten sollen aus der Landschaft Colchis, im heutigen Georgien, am Fluss Phasis (heute Rioni genannt) prächtige bunte Hühnervögel gefangen und nach Griechenland gebracht haben. Auch danach finden sich in der griechischen und später auch römischen Literatur Erwähnungen zum Fasan und auch zu Fasanerien (Fasanenfarmen).

Später haben sich im heutigen Deutschland insbesondere Klöster und Fürstenhöfe der Fasanenzucht angenommen. Erst ab dem 16. Jahrhundert finden sich Fasane auch in freier Wildbahn. Bis dahin geht man davon aus, dass der kaukasische Kupferfasan (ohne Halsring) reinrassig weiter gezüchtet wurde. Erst als sich Handelsbeziehungen mit dem fernen Osten entwickelten (ca. 1518), lernte man den chinesischen Ringfasan kennen, ab ca. 1840 den japanischen Buntfasan und im Jahre 1900 den Mongolfasan.

Die Rassen wurden in Fasanerien, als auch in freier Wildbahn über die Jahre soweit miteinander vermischt, dass eine eindeutige Zuordnung anhand rassetypischer Merkmale meist nicht möglich ist.

Die heutigen europäischen Fasanenpopulationen sind hauptsächlich auf folgende 3 Rassen zurückzuführen:
  • Ph. col. colchicus (ohne weißen Halsring) - Kupferfasan oder Böhmischer Jagdfasan
  • Ph. col. mongolicus (mit halbem weißem Halsring) - Mongol-Fasan
  • Ph. col. Torcquatus (mit weißen Halsring) - chinesischer Ringfasan
Daneben existieren, je nachdem welche Literatur man heranzieht insgesamt bis zu 35 Rassen, von denen 8 für die Vorkommen in Europa am wichtigsten sind.

[gesamter Abschnitt Verbreitungsgeschichte: 1c]

Lebensraum des europäischen Jagdfasans

Er bevorzugt offene, parkähnliche Landschaften mit ausreichend Bäumen oder Sträuchern als Schlaf- und Versteckmöglichkeit. Auch in weitläufigen Uferlandschaften versteckt er sich gerne im Schilf. Reine Waldgebiete meidet der Fasan. In unseren heimischen Kulturlandschaften, die aus wechselnden Wald- und Feldflächen bestehen, fühlt er sich allerdings pudelwohl.

Gebiete mit Bächen, Gräben oder Teichen werden vom Fasan bevorzugt. Er ist allerdings in der Lage in Hochsommern oder in trockenen Gebieten, ohne direkte Wasserversorgung auszukommen, indem er seinen Flüssigkeitsbedarf zeitweise mit Morgentau deckt. [1h]


In diesem interessanten Video berichtet ein Jäger von seinen Bemühungen sein Revier fasanen-freundlicher zu gestalten: "Wiederaufbau eines Fasanenreviers" von jagderleben.de

Verbreitung

Gemeldete Vorkommen des Jagdfasans in Deutschland (nach Gemeinden)Quelle: Deutscher Jagdverband e.V.

Der Fasan ist in ganz Europa verbreitet, fehlt jedoch im äußeren Süden und Norden. In schneereichen Regionen und entsprechend in Höhenlagen über 500m ist er nicht anzutreffen, da er bei der Nahrungsaufnahme nicht mit hohem Schnee zurechtkommt.

Am häufigsten trifft man den Fasan in Deutschland in Tiefebenen bis 150m an. In vielen eher ungeeigneten Regionen wird der Bestand jedoch durch Auswilderungen und Zufütterungen stabil gehalten.

In den meisten Regionen Deutschlands ist der Bestand des Fasans innerhalb der letzten Jahre stark zurück gegangen. Schuld ist hier wahrscheinlich der Insektenschwund auf den Feldern, bedingt durch neue, effektive Pestizide. Während in den 1970er Jahren noch 13 Millionen Fasane in Deutschland erlegt werden konnten, waren es im Jahr 2016/2017 nur noch 87000. Weitere Zahlen und Fakten zum Rückgang des Fasans, sowie zur Interpretation der Karte findest du im Jahresbericht 2017 des Wildtier-Informationssystems (S. 19-21)

Die Deutschlandkarte gibt die Fasanendichte anhand der Anzahl der Hähne pro 100 ha auf Gemeindeebene wieder.

Stimme & Laute

Fasanenhahn bei Revierruf gock-kok

Fast jede Vogelart besitzt ein breites Spektrum an Lauten, aber keines davon lässt sich so unverkennbar zuordnen, wie die Laute des Fasans.

Den leicht kreischend, metallisch klingenden Stimmen lässt sich die Zugehörigkeit zu den Hühnervögeln leicht raushören. Die meisten Rufe des Hahns sind unmelodisch und laut. Am bekanntesten ist der „gö-göck“ Revierruf des Fasanenhahns mit anschließendem Flügelschlag oder auch das "trr-trr-trr" zankender Hähne. Wenn die Fasane sich auf ihre Schlafbäume zurückgezogen haben, geben sie oft einen abendlichen Melderuf von sich, der manchmal von anderen Hähnen weitergetragen wird und in der Ferne langsam verklingt.

Während der Mauser verstummen die Revierrufe, als auch die abendlichen Melderufe des Fasanenhahns weitgehend, sind aber ab dem frühen Herbst wieder zu hören.

Im Gegensatz zum Hahn, ist die Henne nur selten zu hören. Wenn sie aufgescheucht wird, gibt sie ein lautes "zi-zik-zi-zik" von sich. Ansonsten sind ihre Lautäußerungen eher leise und unauffällig und beschränken sich meist auf die Aufzucht ihrer Küken. [2a]

Wie bei den meisten Vogelarten, können sich auch die Rufe und Laute des Fasans von Region zu Region unterscheiden.


Eine Übersicht über die meisten bekannten Laute von Hahn, Henne und Küken/Jungfasan auf Basis des "Handbuch der Vögel Mitteleuropas Band 5" findet Ihr im Anhang[klick] oder Ihr könnt es euch hier als druckbares PDF herunterladen. Übersicht über die meisten bekannte Laute und Rufe des Fasans als PDF

Sinneswahrnehmung des Fasans

Der Fasan kann sehr gut sehen und hören, aber schlecht riechen und schmecken

Sehen

Auge einer FasanenhenneAuge der Fasanenhenne

Das hoch entwickelte Auge ermöglicht es dem Fasan im Nahbereich, als auch in der Ferne scharf zu sehen (hohe Akkommodationsfähigkeit). Durch die Fähigkeit im UV-Bereich sehen zu können, ist der Hühnervogel nach Prof. Dr. Dr. Korbel [3a] außerdem in der Lage, reife von unreifen Früchten zu unterscheiden. Je nach Reifegrad der Frucht verändern sich die wachsartigen Oberflächenauflagerungen und reflektieren unterschiedlich im UV-Bereich.

Die seitlich am Kopf stehenden Augen bieten ein breites Sichtfeld in alle Richtungen, womit er Fressfeinde auch hinter ihm oder in der Luft rechtzeitig erkennen kann. Bei der Erkennung von Greifvögeln hilft ihm [3] außerdem die Fähigkeit erhöhte Bildabfolgefrequenzen von bis zu 180 Bildern pro Sekunde wahrzunehmen (der Mensch nur 16-60 Bilder pro Sekunde).

Das Auge wird beim Putzen des Gefieders oder beim Schlafen durch das untere Lied geschützt. Zusätzlich dient eine sehr bewegliche Nickhaut als eine Art Sonnenbrille.[3a]


Auge des Fasanenhahns mit Nickthaut und Augenlied1: bewegliche Nickhaut ("Sonnenbrille") | 2: Geschlossenes Augenlied

Hören

Das Hörvermögen des Fasans ist wie das Sehvermögen für diesen bodenlebenden Vogel überlebenswichtig und entsprechend leistungsfähig ausgeprägt. Oft wird fälschlicherweise angenommen, die sog. Federohren, wären die eigentlichen Hörorgane des Fasans. Die richtigen Ohren befinden sich jedoch unterhalb dieser Büschel am Hinterkopf, von Federn geschützt.

Riechen & Schmecken

Wer Morgens ungeduscht Fasane beobachten möchte, wird bei diesem Tier keine großen Probleme haben, denn sie können nur schlecht Riechen. Auch der Geschmackssinn ist entsprechend wenig leistungsfähig. Das dürfte einige Bauern freuen, denn der Fasan kann stark dazu beitragen Schädlinge kleinzuhalten, die von anderen Tieren aufgrund von Geschmack und Geruch verschmäht werden, wie zum Beispiel den Kartoffelkäfer.

Ernährung

Der ausgewachsene Fasan ist in seiner Ernährung sehr anpassungsfähig. Seine Kost besteht zu 63% aus pflanzlicher und 37% aus tierischer Nahrung. Seine pflanzliche Kost ist sehr vielfältig und besteht zu einem Großteil aus Samen, Früchten und Blättern von Unkräutern. Deutlich seltener frisst er Wurzeln oder Knollen, die er mit dem Schnabel in seitlichen Bewegungen frei gräbt. Auch Sprossen und Getreide gehören in eher kleinen Mengen zu seinem Nahrungsspektrum.

Was fressen Fasanenküken?
In der ersten Lebenswoche ernähren sich die Fasanenküken bis zu 90% von tierischer Nahrung, wie kleinen Insekten, sowie deren Eier, Larven und Puppen. In der zweiten Woche zu 80% und in der dritten Woche zu 75%. Danach nähern sich die jungen Fasane der Ernährungsweise der Elterntiere nach und nach an.

Dabei werden die Küken nicht von der Mutter gefüttert, sondern vom ersten Tag an lediglich an entsprechende Futterstellen geführt.

Wenn Fasane auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld gesichtet werden, besteht für den Bauern meist kein Grund zur Sorge, da der Fasan der tierischen Kost stets den Vorrang gibt und täglich bis zu hunderte Schadinsekten wie Kartoffelkäfer, Drahtwürmer oder Schnecken frisst. Nebenbei frisst der Fasan auch Sämereien von Unkräutern. Natürlich verschmäht der Allesfresser auch keine nützlichen Insekten oder Nutzpflanzen, allerdings überwiegt der Nutzen den Schaden etwa 2:1.

Was die wenigsten Wissen: Der Fasan bedient sich bei der Nahrungssuche auch der Jagd. Mit seinem Schnabel pickt er Mäuse, Blindschleichen oder Frösche tot und zerteilt sie mit seinem Schnabel in fressbare Häppchen.

Im Grunde bedient sich der Fasan allen Nahrungsquellen, die er mit seinem Schnabel freigraben oder mit den Füßen freischarren kann. Er verschmäht auch keine Beeren, die für den Menschen giftig sind. Beeren und Früchte erreicht er springend oder er fliegt direkt in den Strauch oder Baum.

Auch in kleinen Forsten und angrenzenden Waldgebieten hält der Fasan den Bestand an Schädlingen meist wirksam in Zaun. Allerdings dringt der Fasan nicht sehr tief in Wälder vor, weshalb sich der Nutzen für die Forstwirtschaft stark in Grenzen hält.

Von seinem kräftigen, ca. 3cm langen Schnabel gelangt die Nahrung zunächst durch den muskulösen Schlund in einen Kropf, wo die Nahrung zunächst aufgeweicht und enzymatisch aufgeschlossen wird[3a]. Hieran schließt sich der Muskelmagen an, welcher mithilfe von zwei hornigen Platten und Magensteinchen seine Nahrung zerreibt.

Die Magensteinchen bestehen meist aus kleinen, 1-5mm großen Kieselsteinen oder behilfsweise aus Kernen oder anderen harten Dingen. Die Magensteine können bis zu 30% der gesamten Nahrungsaufnahme ausmachen. Eierlegende Hennen und Küken nehmen gezielt kalkhaltige Steine auf. Diese erkennen sie am Geschmack. Wenn keine kalkhaltigen Steine vorhanden sind, behelfen sie sich mit Knochenstücken oder Bruchstücken von Schneckenhäusern.
[gesamter Abschnitt Ernährung außer 3a: 1d]

Diagramm über den Anteil von tierischer und pflanzlicher Nahrung des Fasans über das Jahr verteilt

Anteil von tierischer und pflanzlicher Nahrung des Fasans über das Jahr verteilt. Basierend auf Daten des Engländers Collinge, die sich auf Untersuchungen von 296 Fasanen stützen. [1f]

Verhalten und Aktivität

Tagesablauf und Schlafverhalten

Fasanenhahn auf SchlafbaumFasanenhahn nach Sonnenuntergang auf einem Schlafbaum

Während der Balzsaison zwischen März und Mai hört man bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang die Revierrufe der Fasanenhähne von ihren Schlafplätzen aus. Mit Sonnenaufgang verlassen die Fasane Ihren Schlafplatz und wenden sich bis zu 3 Stunden in den Morgen hinein der Nahrungsaufnahme zu. Von März bis Mai dient dieser Zeitraum auch der Balz. Vom frühen Mittag bis in den Nachmittag hinein ruhen die Fasane. Während die Hähne teilweise noch langsam, meist lautlos umherstreunen, verstecken sich die Hennen, sowie die Küken/Jungfasane im hohen Gras oder unter Hecken. Die zweite Aktivitätsphase beginnt etwa 2-3 Stunden vor Sonnenuntergang und dient ebenfalls der Nahrungsaufnahme, sowie der Balz. Bei bedecktem Wetter kann sich dieser Rhythmus verschieben und auch Einfluss auf die Intensität der Rufe nehmen.[2a]

Die Zeit von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang verbringt der europäische Jagdfasan in der Regel auf einem Schlafbaum. Damit das Tier über den weniger stark befiederten Kopf möglichst wenig Wärme verliert, steckt er seinen Kopf beim Schlafen unter einen Flügel.[1e]

Während die Hennen ihren Schlafbaum mit Tauben und während der Balzzeit auch mit ihrem Harem teilen, bleibt der Hahn stets alleine. Man findet die Fasane in einer Höhe zwischen 3 und 5 Metern auf nahezu allen Baumarten.

In einigen Regionen gibt es Fasane, die nicht auf Bäumen schlafen, sondern sich zum Schlafen ins Schilf oder Unterholz zurückziehen. Das kann einmal vom Standort abhängig sein und zweitens vom Vorkommen und der Bejagung („Hegemaßnahmen“) der Beutegreifer wie Füchse. Drittens ist das Schlafverhalten abhängig von der Dominanz der Gene der verschiedenen Rassen, welche in unserem Fasan vorhanden sind. Zum Beispiel bäumt der ursprüngliche Kupferfasan (phasianus colchicus colchicus) zum Schlafen stets auf, während der chinesische Ringfasan (phasianus colchicus torquatus) eher Schlafplätze in Bodennähe bevorzugt. Auch wenn unser Jagdfasan oft mit mehr oder weniger ausgeprägten Halsring auftritt, hat sich das „Aufbäumen“ in unseren Breiten wohl durchgesetzt.

Flugverhalten

Der Fasan besitzt verhältnismäßig kleine, aber kräftige Flügel, die einen schnellen, aber kräftezehrenden Flug ermöglichen. Auf längeren Strecken ermüdet er schnell, daher nutzt er seine Flügel im Grunde nur zum Aufsuchen der Schlafbäume oder wenn er sich einer Gefahr durch Laufen nicht mehr entziehen kann. Er steigt in der Regel mit viel Getöse, dem sog. "purren", auf eine Höhe von ca. 7m auf, fliegt dann im Horizontalflug auf sein Ziel zu und lässt sich anschließend ohne Flügelschlag an sein Ziel gleiten. Dabei kann er eine Geschwindigkeit von 60 bis 80 km/h erreichen.[1e]

Die Küken sind ab dem 12. Tag eingeschränkt flugfähig und können bereits mehrere Meter am Stück zurücklegen. Nach 6 bis 8 Wochen sind die Jungfasane voll flugfähig und machen erste Aufbäumversuche.[5a]


Fluchtverhalten

Beim Fluchtverhalten unterscheiden sich Hähne und Hennen deutlich. Während der Fasanenhahn mit seinem auffälligen Gefieder grundsätzlich versucht einen Mindestabstand von 20 bis 30m zur potentiellen Gefahrenquelle zu halten (z.B. Mensch) und nur bei dringender Gefahr fliegt, verlässt die Fasanenhenne sich vollkommen auf Ihre grasfarbene Tarnung und fliegt erst im letzten Moment davon. Dieses Verhalten wird wohl schon bei einigen Spaziergängern für Schockmomente gesorgt haben.

Bei unmittelbarer Gefahr fliehen die Jungtiere in alle Himmelsrichtungen und die Henne versucht die Aufmerksamkeit des Feindes auf sich zu lenken. So wird das Raubtier verwirrt und die Überlebenschancen für alle Küken steigen.[5a]


Gefiederpflege & Mauser

Fasanenhahn bei der GefiederpflegeFasanenhahn bei der Gefiederpflege

Fasane säubern ihr Gefieder mehrmals am Tag. Zumindest den Hahn kann man dabei meistens gut auf seiner Anhöhung beobachten, von der er auch seine Revierrufe erklingen lässt.
Um sich vor Ungeziefer zu schützen nehmen Fasane regelmäßig ein Staubbad in den sog. Huderpfannen.

Die Mauser der erwachsenen Vögel beginnt im Juni oder Juli und endet in der Regel im September, manchmal auch erst im Oktober. Dabei wechseln die Fasane jedes Jahr ihr gesamtes Federkleid (Vollmauser). Wenn Hennen ein Gesperre anführen (auf Deutsch: wenn sie Kinder haben), mausern sie etwas später als die Hähne, zeitgleich mit ihren Jungen. Diese legen ihr Jugendfederkleid (Dunenkleid) ab und sind nach etwa 140 Tagen klar am Gefieder zwischen Hahn und Henne zu unterscheiden.[4a]

Schreckmauser
Wenn ein Fasan von einem Greifvogel oder einem Haarraubwild wie dem Fuchs gegriffen wird, kann das eine sog. Schreckmauser auslösen. Der Fasan wirft dabei Teile seines Gefieders ab. Das kann ein großer Teil des Gefieders, das gesamte Spiel (Schwanzfedern) oder Teile der Handschwingen betreffen. Die so verlorenen Federn wachsen wieder nach.[5b]

Leben im Winter

Im Winter bilden Fasane nach Geschlecht getrennte Gemeinschaften. Während die Hähne meist in Gruppen von 3 bis 4 Männchen (manchmal auch mit einigen Hennen) unterwegs sind, können Hennengemeinschaften schonmal aus 10 bis 30 Individuen bestehen. Die Trupps halten sich stets in der Nähe ihrer Brutplätze auf, sofern kein Nahrungsmangel herrscht.[2b]

Grundsätzlich sind Fasane sehr frostfeste Vögel. In ihren natürlichen Verbreitungsgebieten herrschen niederschlagsarme Winter mit Tiefsttemperaturen von bis zu -40° Celsius. Allerdings haben die Tiere Schwierigkeiten in sehr tiefen Schnee Nahrung zu finden und kommen daher nicht in schneereichen Regionen vor.[2b]

Wanderverhalten

Fasane sind sehr standorttreue Tiere und halten sich in der Regel etwa 3 bis 6 km im Umkreis um ihren Geburtsort auf. Lediglich wenn Versteckmöglichkeiten oder ausreichend Nahrungsquellen fehlen, wandern die Tiere im Herbst ab. Dabei legen sie im Normalfall Strecken von bis zu 25 km zurück. Es wurden aber schon Einzelfälle nachgewiesen, wo die Fasane sich bis zu 130 km von ihrem Geburtsort entfernt haben.[1g]

Spuren des Fasans

Fußspuren (Geläuf)

Das Geläuf (die Fußabdrücke) eines ausgewachsenen Fasans sind ca. 7cm lang und bestehen aus 4 Zehenabdrücken. Die Mittelzehe steht gerade nach oben, die beiden Seitenzehen (ein Kurzer und ein Langer) stehen im spitzen Winkel von ca. 45° zum Mittelzeh. Die Hinterzehe ist meist in ganzer Länge abgedrückt.[5c]

Gestüber (Losung/Kot)

Gestüber (Kot) des FasansGestüber (Kot) des Fasans

Das Gestüber (Kot) des Fasans lässt sich leicht von anderen Vogelarten unterscheiden. Es ist spiralig in Keulenform gedreht und hell bis dunkelgrau gefärbt. Die Länge beträgt ca. 2,5cm.[5c]

Bei brütenden Hennen ist das Gestüber eher breiig und gleichzeitig geruchsneutral. Somit ist es für Raubwildarten deutlich schwieriger das Nest der Henne aufzuspüren.[99]

Federn

Die Federn des Fasans sind leicht von anderen Vögeln zu unterscheiden, können aber von Region zu Region stark im Aussehen variieren. Wer gezielt nach Fasanenfedern suchen möchte, sollte an den Orten in der Liste unten anfangen. Wie auch beim Fotografieren ist bei der Federsuche, Wissen über das Verhalten der lokal ansässigen Tiere sehr nützlich.

  • Unterm Schlafbaum
  • An der Huderpfanne (Staubbadestelle, eher kleine Federn)
  • Auf Erhöhungen, von denen der Hahn seinen Revierruf ertönen lässt
  • In oder nahe einer Deckung (eher Hennen)

Verschiedene Federn des europäischen JagdfasansKleine Übersicht über Federn von Hahn und Henne (gemischt) aus unserer Familiensammlung

Mehr zum Thema Fasanenfedern und weitere Bilder unterschiedlicher Gefiedervariationen findet Ihr hier: Featherbase

Huderpfanne (Staubbadestelle)

Um sich vor Ungeziefer und Parasiten zu schützen, nehmen Fasane meist täglich ein Staubbad. Hierzu nutzen die Fasane trockene Felder, Blumenbeete oder trockene Stellen unter entwurzelten Bäumen.

Die Huderpfanne ist etwa so groß wie das Tier und ca. 5 bis 10cm tief. Neben der Kuhle sind meist noch kleine Federn zu finden.



Fortpflanzung des Fasans

Revierbildung und Verteidigung (Hahnenkämpfe)

Im Frühjahr, meistens ab Mitte bis Ende März ändert sich das bislang eher ruhige Verhalten der Fasanenhähne. Die Wintergemeinschaften lösen sich langsam auf und die Hähne fangen an, stolz und arrogant umherzuschreiten. Sie wenden und drehen sich, plustern sich auf, springen wild in die Luft und geben Ihren Balzruf „gö-göck“ mit anschließendem wilden Flügelschlag von sich.

Jeder Hahn versucht sich jetzt sein eigenes Revier zu sichern und verteidigt es mit allen Mitteln gegen Eindringlinge. Zu Beginn der Balzzeit kann man noch beobachten, wie manche Althähne von jüngeren Artgenossen bei der Revierbegehung begleitet werden. Später werden aber auch diese aus dem Revier vertrieben.

Wenn zwei konkurrierende Fasanenhähne aufeinander treffen, stehen sich die Beiden, drohend mit gesenkten Köpfen gegenüber. Jüngere Hähne mit weniger ausgeprägten Rosen geben in dieser Phase meist ohne Kampf auf. Kommt es jedoch zu einem Kampf, versuchen sich beide Hähne durch gezielte Schnabelhiebe oder durch Anspringen mit ihren Sporen Verletzungen zuzufügen.

Oft lockt der Kampfeslärm der Fasanenhähne Raubtiere wie Fuchs, Habicht oder Marder an und die abgelenkten oder verletzten Tiere finden ein jähes Ende.[gesamter Abschnitt Balz: 1i]

Wie groß ist ein Fasanenrevier?
Das Revier eines Fasanenhahns ist zwischen 0,5 und 45 Hektar (5000 m² bis 450 000 m²) groß, kann sich in Folge der Brutzeit aber noch stark verändern. Die Reviergröße orientiert sich am Vorhandensein von Ruhe- und Zufluchtsbereichen, Nahrungsquellen und Balzflächen. Dazu führt der Konkurrenzdruck und die Bewegungen der Hennen zu Schwankungen in der Größe des Reviers.[2c]

Sobald alle Hennen in einem Revier mit der Brut beschäftigt sind, fangen die Hähne langsam an das Interesse am Revier zu verlieren und verteidigen es weniger intensiv bis gar nicht mehr gegen Eindringlinge.

Balz

Fasanenhahn balzt Henne durch seitliches Präsentieren aus vorsichtiger Distanz anDieser Fasanenhahn balzt die Henne aus vorsichtiger Distanz durch seitliches Präsentieren an. Die Henne signalisiert Interesse, indem sie ihr Gefieder aufplustert.
Fasane bei der Balz - Hahn und Henne plustern ihr Gefieder auf und signalisieren gegenseitiges InteresseHahn und Henne plustern ihr Gefieder auf und signalisieren gegenseitiges Interesse

Sobald die Fasanenhähne beginnen ihre Reviere zu bilden, lösen sich auch die Wintertrupps der Hennen auf. Auf der Suche nach einem geeigneten Männchen zur Paarung wandern sie die Reviergrenzen der Hähne ab, wobei sie von den jeweiligen Revierinhabern begleitet und angebalzt werden.

Um während der Revierbegehung auf sich aufmerksam zu machen, gibt der Hahn alle paar Sekunden einen Glucklaut von sich, der sich in Gegenwart einer Henne zu einem „gu-gu-ga-guu“ verstärken kann. Dieses Verhalten dient lediglich der Kontaktaufnahme.

Wie groß ist der Harem eines Fasanenhahns?
Der revierinhabene Fasanenhahn bildet meist ein Harem mit 4 bis 6 Hennen. Bei asiatischen Wildpopulationen oder heimischen Vorkommen ohne Bejagung, ist das Geschlechterverhältnis allerdings nahezu ausgeglichen.[2g]

Um eine Henne zu beeindrucken, stellt der Hahn sich mit aufgeplusterten Brust- und Brustseitengefieder vor eine Nahrungsquelle und macht mit geduckten Kopf hektische Auf- und Ab-bewegungen. Das Ganze wird noch von einem „kuj-kutj-kutj“-Ruf begleitet.

Häufiger zu sehen ist auch das seitliche Präsentieren, wobei der Hahn meist mit aufgeplusterten Gefieder, eingezogenem, geduckten Kopf und gespreizten Flügelhandteil, im Bogen um die Henne läuft. Bei allen Balzhandlungen des Fasanenhahns werden die Federohren abgespreizt und die Rosen schwellen an.

Die Hennen reagieren auf das Balzverhalten der Hähne recht verhalten und laufen in den ersten Wochen meist weg. Sobald die Hennen langsam paarungswilliger werden, entwickelt sich das Weglaufen zu Ausweichbewegungen. Bei Interesse reagieren die Hennen mit einem raschen Einknicken in den Versen, einem kurzen beidbeinigen Vorwärtssprung oder einem Vorwärts-aufwärts-Strecken mit anschließendem lang gestreckten Hals, anliegendem Gefieder und auf den Zehenspitzen stehend.[2e]

Paarung

Nachdem der Fasanenhahn ausgiebig gebalzt hat, nimmt die Henne nach einiger Zeit eine Paarungsaufforderungsstellung ein, wobei sie den Kopf geduckt hält. Die Paarung dauert nur wenige Sekunden und wird von der Henne meist durch das Weggehen nach vorne beendet. Nach der Paarung folgt oft ein Nachspiel mit erneutem seitlichen Präsentieren.

Weniger bei Revierinhabern, aber in der Regel bei Hähnen ohne eigenes Revier, liegen Vergewaltigungen von Hennen an der Tagesordnung. Dabei packen sie die Weibchen am Nacken- oder Halsgefieder und treten, die sich manchmal heftig widerstrebenden Hennen, bis sie sich losreißen kann.[2d]

Fasane beim PaarungsaktWährend des Aktes hält der Hahn die Henne an den Kopffedern fest um zu verhindern, dass sie flüchtet, bevor er seinen Samen absetzten konnte. Nach kurzer Zeit ist das Schauspiel vorbei und die Henne ergreift die Flucht.

Wann ist die Balz- und Paarungszeit der Fasane?
Die Hauptphase der Paarungszeit von Fasanen ist im April und Mai, doch bereits ab Mitte Februar kann man sporadisch erste Balzaktivitäten beobachten. [2d] Bis Mitte Juni nimmt die sexuelle Aktivität der Hähne dann rasch ab. Lediglich wenn eine Henne ihre Brut verloren hat, kann es auch im Juni und beim erneuten Verlust der Brut, im Juli noch zu Paarungen kommen.[99]

Das Gelege (Eier und ihre Bebrütung)

Bereits wenige Tage nach der Paarung suchen Hennen in der näheren Umgebung des Balzplatzes nach einer geeigneten Niststelle. Bevorzugt werden Plätze im hohen, ausgedörrten Gras, sowie zwischen Brennesseln. Wo diese Möglichkeiten fehlen, weicht die Henne auf begraste Wegränder, Hecken, Wintergetreide oder ähnliche Versteckmöglichkeiten aus.

Fasanennest (Fasanengelege)Rabenkrähen haben bereits drei Eier aus diesem Gelege geplündert.
Als Bodenbrüterin richtet die Fasanenhenne eine flache, etwa 5cm tiefe und 20cm breite und lange Nestmulde ein. Diese wird sporadisch mit etwas Gras ausgepolstert, ist aber lange nicht so weich, wie die Nester anderer Vogelarten.

Ab Mitte Mai legt sie etwa 10 bis 15 Eier in ihr Nest. Diese Zahl kann je nach Alter der Henne variieren. Die Eier sind grau-grün bis oliv gefärbt und nicht gepunktet. Sie sind etwa 45 x 35mm groß und wiegen zwischen 30 und 35g.[1j]

Die Eier werden in der Regel 24 Tage bebrütet. Falls die Henne dem Gelege durch Störungen länger fernbleiben muss und die Eier kalt werden, kann sich die Bebrütungsdauer auf 28 Tage ziehen.[5d]



Wie oft brüten Fasane im Jahr?
Fasane brüten in der Regel einmal im Jahr. Bei Verlust des ersten oder sogar zweiten Geleges, suchen die Hennen die Nähe zum Fasanenhahn und lassen sich erneut treten. Die Anzahl der Eier reduziert sich bei einem zweiten oder dritten Gelege jedoch stark. In Fasanerien wird durch Entnahme der Eier vom ersten und zweiten Gelege eine durchschnittliche Gesamtzahl von 25 Eiern erreicht.[1j]

Die Aufzucht der Küken & Jungfasane

Fasanengesperre aus mehreren Wochen alten JungfasanenDie Jungfasane aus diesem Gesperre sind bereits mehrere Wochen alt. Insgesamt besteht dieses Gesperre aus der Henne mit 5 Jungvögeln.

Die Fasanenküken sind Nestflüchter. Sie wiegen jetzt zwischen 17 und 20 g. Nach dem Schlüpfen verbringen die Küken noch einen Tag zum Trocknen unter der Henne im Nest und bereits am zweiten Tag begeben sich die Kleinen mit dem Muttertier zusammen auf Nahrungssuche. Sie fressen zum größten Teil Insekten, aber auch zartes grün. Dabei werden sich nicht von der Henne gefüttert, sondern sie werden lediglich an entsprechende Futterstellen geführt, wo die jungen Fasane sich selbst versorgen müssen.

Das Gesperre (so wird die Henne mit ihren Küken genannt) ist sehr leise und unauffällig unterwegs. Dabei ist das Muttertier stets aufmerksam und warnt ihre Küken oder Jungfasane bei Gefahr mit einem tiefen Warnruf. Bei unmittelbarer Gefahr, zum Beispiel durch Raubwild, verschwinden die Jungtiere in alle Richtungen, um ihren Gegner zu verwirren. Bereits ab dem 12. Lebenstag können die Küken einige Meter fliegend zurücklegen.[5a]

Wie vorsichtig das Gesperre unterwegs ist, kann man gut an Wiesenwegen beobachten. Das Muttertier steht meist bereits an der anderen Seite des Weges mit ausgestrecktem Hals und wartet, bis ihr letztes Küken das Hindernis überquert hat. Die Küken sind so schnell, dass man sie teilweise nur im Augenwinkel als schnelle Schatten wahrnimmt.

Diagramm über die Gewichtsentwicklung von Fasanenküken in den ersten 138 Lebenstagen

Gewichtsentwicklung von Fasanenküken in den ersten 138 Lebenstagen. Basierend auf Daten von Westerskov (1957) [2f]

Sterblichkeit, Alter & natürliche Feinde

Sterblichkeit & Lebenserwartung

Als Bodenbrüter kämpft der Fasan mit hohen Gelegeverlusten und ist daher oft gezwungen ein zweites, oder bei erneutem Gelegeverlust, ein drittes mal zu brüten. Untersuchungen in verschiedenen Gebieten haben Gelegeverluste zwischen 42% und 85% ergeben. Durch die Bereitschaft für Nachgelege haben aber in der Regel 70 bis 80% aller Hennen Bruterfolg.

Auch die Überlebensrate unter den Küken und Jungfasanen ist unter nassen Witterungsverhältnissen in den ersten Lebenswochen sehr schlecht, da die nahrhaften Insekten und Weichtiere sich dann unter Blättern, Steinen oder anderen Deckungen zurückziehen.

Die mittlere Sterblichkeit für adulte Hähne bei ca. 78% und für Hennen bei ca. 62%. Die meisten Fasane sterben allerdings in ihrem ersten Lebensjahr. Wenn sie das erste Lebensjahr überstanden haben, werden Fasane in freier Wildbahn im Durchschnitt 3 Jahre alt. Das höchste nachgewiesene Alter eines freilebenden Fasans betrug 7 Jahre und 7 Monate. In Gefangenschaft können die Tiere bis zu 15 Jahre alt werden.[gesamter Abschnitt: 2h]

Altersbestimmung

Die Altersbestimmung bei Fasanen ist nicht ganz einfach. Am besten lässt sich das Alter immer im direkten Vergleich der verschiedenen Hähne und Hennen vor Ort feststellen. Alte Hähne fallen durch längere Schwanzfedern (sog. Spiel) und durch einen längeren Sporn auf. Darüber hinaus kann man auch das Verhalten zur Altersbestimmung nutzen. Ältere Hähne sind gegenüber Artgenossen unverträglicher und haben eine arrogante Ausstrahlung. Auch Althennen verhalten sich unverträglich gegenüber jüngeren Hennen.[99]

Natürliche Feinde

Die natürlichen Feinde des Fasans sind Fuchs, nahezu alle Marder- und Wieselarten, sowie Greifvögel wie Habicht und Mäusebussard. Dabei fallen dem Raubwild überwiegend verletzte Tiere und Jungtiere, bzw. ganze Gelege zum Opfer. Erwachsene Fasane sind in der Regel zu schnell und Hähne auch zu wehrhaft. Bei Mardern und Wieseln kann es jedoch gelegentlich vorkommen, dass sie aufgebäumten, schlafenden Fasanen nachstellen.

Zur Brutzeit gesellen sich zu den natürlichen Feinden des Fasans als Eierdiebe auch noch Ratten, Igel, alle Rabenarten (siehe Video), Dachse, Fischotter und Möwen.[1k]

Der Fasan als Jagdwild

Bis in das 17.te Jahrhundert hinein wurden Fasane ausschließlich in Fasanerien gezüchtet und auf Höfen von Adeligen gehalten. Ab der ersten Hälfte des 18.ten Jahrhunderts wurden viele Fasanerien wegen finanziellen Problemen aufgelöst und die Tiere freigelassen. Zur gleichen Zeit wurden in einigen deutschen Fürstentümern Fasane planmäßig ausgesetzt und die Jagd mit 100 Reichstalern (der Jahreslohn eines Vogelfängers) geahndet und jeder mit 10 Reichstalern belohnt, der einen Fasanendieb anzeigt.[5e]

Noch bis ins 19.te Jahrhundert hinein war die Jagd auf Fasane außerdem dem Adel vorbehalten, was dem Tier erst ermöglichte sich in einigen gut geeigneten Lebensräumen zu etablieren.[5e] Heute ist es natürlich jedem Jäger erlaubt die wohlschmeckenden Vögel in seinem Revier zu bejagen.

Die Jagd erfolgt meist auf Treibjagd mit der Schrotflinte und beschränkt sich in der Regel auf die männlichen Tiere. Die Jäger streben normalerweise ein Geschlechterverhältnis von fünf Hennen zu einem Hahn an. Bei der Geburt liegt das Geschlechterverhältnis etwa bei 50/50 womit theoretisch jedes Jahr 80% aller Hähne eines Jahrgangs erlegt werden könnten.

Der Abschuss eines Infanteristen (laufender Hahn) gilt als nicht waidgerecht, weshalb Fasane im Flug erlegt werden. Hier erreichen die Tiere Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h, was die Jagd auf den Fasan zu einer besonderen Herausforderung für den Jäger macht.

Wie so eine Treibjagd aussieht könnt Ihr in diesem Video sehen: "Treibjagd am Niederrhein" von Halali Magazin TV


Auf sich allein gestellt würden die Bestände der Fasane in vielen deutschen Revieren schnell zugrunde gehen, was an der Situation nach dem 2. Weltkrieg deutlich wird, wo das Tier nahezu ausgestorben ist und komplett neu angesiedelt werden musste. Mit Hegemaßnahmen wie der Schaffung von Deckungen, Futterstellen und der Bejagung von Raubwild werden die Bestände stabil gehalten. In vielen Gegenden werden Fasane außerdem regelmäßig ausgesetzt.

Entgegen der Aussagen vieler Kritiker dieser Aussetzungspraktiken, habe ich bei meinen Recherchen den Eindruck gewonnen, dass die Auswilderungen zumindest in den meisten deutschen Revieren, allein der Bestandserhaltung dienen. Diese ausgewilderten Tiere werden in der Regel nicht sofort bejagt, sondern der Jäger wartet, bis die Tiere vom Menschen entwöhnt sind und sich der Bestand stabilisiert hat.

Die Zucht von Fasanen (Fasanerien)

Der Fasan ist nicht nur schön anzusehen, sondern besitzt überaus wohlschmeckendes Fleisch. Zur Verwendung kommen hauptsächlich die Brust, sowie die Flügel.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche Hinweise auf Fasanenfarmen, sog. Fasanerien bereits in der antiken griechischen Literatur zu finden sind. Später wurden Fasane im gesamten römischen Reich gezüchtet. Diese Tradition wurde nach Zusammenbruch des Weströmischen Reichs durch zahlreiche Fürstentümer und Klöster fortgesetzt.

Nach der Schließung vieler Fasanerien im 18.ten Jahrhundert, sowie der Erfindung des Gewehrs hat die Zucht der Tiere stark an Bedeutung verloren. Die heutigen Fasanerien dienen größtenteils der Produktion von Fasanen zum Aussetzen in Jagdreviere.

Es gibt folgende Arten von Fasanerien:

Wildfasanerie: Fasanerie mit natürlicher oder wilder Aufzucht

In der Wildfasanerie leben die Fasane unter natürlichen Bedingungen und es findet keine künstliche Aufzucht statt. Diese Art der Fasanenzucht erfordert große Reviere, in denen alle Umweltbedingungen stimmen müssen, damit die Tiere nicht abwandern. Die Tätigkeit des Züchters beschränkt sich hier auf die Schaffung von Deckungen und Nahrungsquellen, Schutz vor Raubwild, sowie der Fütterung in der kalten Jahreszeit. Im Winter werden dann die ausgewählten Fasane für den Verkauf gefangen.

Vermehrungsfasanerie: Fasanerie mit halbwilder Aufzucht

In der Vermehrungsfasanerie leben die Fasane unter größtenteils natürlichen Bedingungen. Der Unterschied liegt hier im Umgang mit dem Gelege. Durch Entnahme des ersten und teilweise zweiten Geleges, ist die Henne gezwungen ein- bis zweimal neu zu legen. Die entnommenen Eier werden dann künstlich ausgebrütet. So kann die Jahresproduktion gegenüber der reinen Wildfasanerie um das zwei bis dreifache gesteigert werden.

Zuchtfasanerie: Fasanerie mit künstlicher Aufzucht und (zeitweisen) Haltung in Volieren

In der Zuchtfasanerie liegt das Hauptaugenmerk auf der Produktion möglichst großer Mengen an Jung- und Alttieren, sowie manchmal Bruteiern. Die Zuchtfasane verbringen die Fortpflanzungszeit in Volieren, was die Legeleistung der Hennen deutlich erhöht. Die Eier werden heutzutage meist durch Brutapparate ausgebrütet. Die Jungenaufzucht erfolgt ebenfalls gesondert.
[gesamter Abschnitt bis hier: 1l]

Um einen Eindruck von solch einer Zuchtanlage zu erhalten, kann man sich zum Beispiel die Internetseite der Fasanenzucht Neuenhof in Straelen anschauen: Neuenhof Fasanen- & Anguszucht

Die private Fasanerie

Viele Privatleute, besonders erfahrene Hühnerhalter versuchen sich an der Haltung oder Zucht von Fasanen. Da die Brut und Aufzucht von Fasanen sich deutlich von Hühnern unterscheidet, kann hier jedoch einiges schief gehen und das Wohl der Tiere gefährden. Was hierbei alles schief laufen kann und was es alles zu beachten gibt, sieht man im YouTube-Kanal von „puszta fuchs“.

Buchempfehlungen zur Biologie und Verhalten des europäischen Jagdfasans

DER FASAN | seine Lebensweise, Hege und Jagd von Forstmeister Max Kroll

Trotz des Alters von inzwischen fast 60 Jahren hat das Buch kaum an Aktualität verloren und ist im Umfang immernoch ungeschlagen. Obwohl das Werk für Jäger und Förster geschrieben wurde, findet man hier als Naturbegeisterter immernoch mehr Infos als in aktuelleren Titeln. Der Autor versteht es die Fakten gut verständlich zu verpacken. Alle spezielleren Aussagen werden ordentlich durch Nachweise untermauert.
Das Buch findet Ihr hier auf ebay




Auszüge aus dem Inhalt:
  • Naturgeschichte des Fasans
  • Die Lebensweise des Jagdfasans
  • Krankheiten, Verletzungen, Vergiftungen
  • Bedeutung für Land- unf Forstwirtschaft
  • Die Hege des Jagdfasans
  • Aussetzen des Fasans
  • Die Anlage einer Fasanerie
  • Die Jagd auf den Fasan
  • Kochrezepte :-)


Handbuch der Vögel Mitteleuropas | Band 5 Galliformes und Gruiformes von Glutz von Blotzheim, Bauer & Bezzel

Insgesamt besteht dieses Werk aus 14 Bänden in 23 Büchern und bietet sehr tiefe Einblicke in die Biologie und das Verhalten unserer Vogelwelt. Dem Fasan widmet sich die Reihe in Band 5 auf 48 Seiten. Die Informationen sind dabei sehr detailiert, aber stellenweise etwas schwer verdaulich. Für meine Recherchen zu diesem Artikel war das Buch unverzichtbar. Viele Informationen findet man nirgends anders.
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Auszüge aus dem Inhalt:
  • Verbreitung der Art
  • Feldkennzeichen
  • Mauser
  • Stimme
  • Fortpflanzung
  • Verhalten
  • Nahrung

Übersicht über Rufe & Laute des Jagdfasans

Rufe & Laute des Fasanenhahns (Männchen)
„gog-kock“, "göö-gock" oder "kochóck" mit anschließendem Flügelwirbel [in meiner Region eher "gö-göck"] Revierruf Februar bis Juni, danach vereinzelt im Herbst zu hören
"gögög" oder "tagat" aufgescheuchter Hahn, wird aber ebenfalls zu Anfang und Ende der Fortpflanzungszeit für andere Situationen gebraucht. Ganzjährig
„kuttuck-kuttuck-kuttuck-kuttuk-uk“ (anfangs mit 1/2, später mit 2 bis 3 Sekunden Abstand) Sehr erschrockener, aufgescheuchter Hahn, oft im Flug auf der Flucht. Ist der Hahn beunruhigt und sieht keinen Anlass zur Flucht, kann das Rufen bis zu 10 min andauern. Ganzjährig
"tagat" oder "kuttuk" Reaktion auf plötzliche ferne Geräusche. Manchmal werden solche Rufe von anderen Fasanenhähnen aufgenommen und (wie im alten China, das Warnfeuer an der chinesischen Mauer) weitergegeben. Ganzjährig
„kokokok", "toketok" oder ["tok...tok...tok..."] mehrsilbiger Ruf des Hahns beim Aufsuchen des Schlafplatzes, der einige Minuten andauern kann. Wird besonders im Frühling von anderen Fasanen-Schlafgemeinschaften aufgenommen und weitergetragen. Unter günstigen Bedingungen kann man die Rufe so in der Ferne verklingen hören. Ganzjährig, außer in der Mauser.
"leiser Glucklaut" (alle paar Sekunden) Hähne in Balztimmung März bis Mai
"gu gu gu guuu" Laut, den der Hahn alle paar Sekunden bei Kontakt zu einem Weibchen von sich gibt März bis Mai
"gaugau gau" oder "kutj kutj kutj" Futterlockruf (zur Henne) März bis Mai
"krrk" (mit langem Hals) Äußerung von Misstrauen gegenüber Artgenossen März bis Mai
"trr-trr-trr-trr" Zankende Hähne März bis Mai
"krrrah" Kampfruf ca. Februar bis Mai
kurzer Schreckruf von Artgenossen gehackte Hähne Meist nur von Februar bis Mai
Rufe & Laute der Fasanenhenne (Weibchen)
„zi-zik-zi-zik“ aufgescheuchte Henne, in der Regel fliegend auf der Flucht Ganzjährig
durchdringendes "ii-äss ii-äss" Entsetzte Hennen. Einen ähnlichen Ruf geben sie auch von sich, wen sie gegriffen wurden. Ganzjährig
"trr-trr-trr" oder "pürrü pürrü ür" Streitende oder kämpfende Hennen März bis Mai
kurzer Schreckruf von Artgenossen gehackte Hennen Meist nur von März bis Mai
"kia kia" Antwort auf Paarungsruf des Hahns/Begattungsaufforderung März bis Mai
tiefer Warnruf (in Abständen von 1 bis 3 Zehntel-Sekunden) Warnung der Küken vor Gefahren Mai bis Juni(bei erneuten Brutversuchen bis August)
Tiefer, gluckender Ruf Henne ruf Ihre Küken zusammen Mai bis Juni(bei erneuten Brutversuchen bis August)
hohes "ki ki ki" Lockruf für die Küken Mai bis Juni(bei erneuten Brutversuchen bis August)
Rufe & Laute der Fasanenküken/Jungfasane
"ter-rit" oder "ter-wit" Stimmfühlungs- oder Zufriedenheitslaut der Küken unter 7 Wochen Mai bis Juni(bei erneuten Brutversuchen bis August)
Dreisilbriger Ruf, ähnlich "ter-rit" Wahrscheinlich Aufmerksamkeit und Neugier Mai bis Juni(bei erneuten Brutversuchen bis August)
lang gezogener 5-mal wiederholter Ruf Den Küken ist kalt oder fühlen sich verlassen Mai bis Juni(bei erneuten Brutversuchen bis August)
stimmbrüchiges "tagat" männliche Jungfasane/Junghähne üben den Revierruf ca. Juni bis August

Angaben in eckigen Klammern […] sind Rufe/Laute aus eigenen Beobachtungen, die nicht mit den Angaben im „Handbuch der Vögel Mitteleuropas“ übereinstimmten, bzw. lokale Variationen vom linken Niederrhein darstellen. Für alle anderen Angaben gilt folgende Quellenangabe:[2a]

Daten zum Fasan: Steckbrief, Jägersprache & Übersetzungen

Ihr könnt den gesamten Steckbrief (inkl. Fach-/Jägersprache) auch als druckfreundliche PDF hier herunterladen

Ordnung Hühnervögel (Galliformes)
Familie Fasanenartige (Phasianidae)
Gattung Edelfasanen (Phasianus)
Wissenschaftlicher Name Phasianus colchicus
Art (Name) Fasan, Edelfasan, Jagdfasan

Steckbrief zum Jagdfasan

Lebensraum offene, parkähnliche Landschaften mit ausreichend Bäumen oder Sträuchern als Schlaf- und Versteckmöglichkeit, außerdem weitläufige Uferlandschaften mit Schilfbewuchs.
Verbreitungsgebiet Ganz Europa, fehlt jedoch im äußeren Süden und Norden.
Natürliches Verbreitungsgebiet Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich wie ein Gürtel vom Norden der Türkei und dem Kaukasus, über den Norden des Orients, Zentralasiens, südlich der Wald- und Steppenzone bis nach Südostasien.
Länge Hahn 80 bis 90cm, davon 45 bis 50cm Spiel (Schwanzfedern)
Länge Weibchen 53 bis 70cm, davon Spiel (Schwanzfedern) 20 bis 25cm
Flügelspannweite Hahn 70 bis 80cm
Flügelspannweite Henne keine Infos vorhanden, wahrscheinlich zwischen 46 und 60cm
Gewicht Hahn 1,25 kg bis 1,75 kg (je nach Rasse)
Gewicht Henne 0,9 bis 1,2 kg (je nach Rasse)
Lebenserwartung Hahn Ø9 Monate, Henne Ø14 Monate. Das Höchstalter eines freilebenden Fasans betrug 7 Jahre und 7 Monate. In Gefangenschaft bis zu 15 Jahre.
Balzverhalten Hähne bilden im Frühjahr (ca. März bis Mai) Reviere und verteidigen dies gegen eindringende Konkurrenten. Die Hähne bilden ein Harem mit meistens 3 bis 6 Hennen.
Paarungszeit März bis Mai
Brutzeit Beginnt Ende April. Im Normalfall legen die Hennen pro Jahr nur ein Gelege. Bei Gelegeverlusten kann die Henne jedoch bis zu 2x neu legen (bis Ende Juli).
Brutdauer 23 Tage
Ernährung Samen, Kräuter, Fallobst, Insekten, ausgewachsen auch Mäuse
Zugvogel Nein
Flugverhalten Fliegt nur auf der Flucht und zum Erreichen des Schlafbaums.
Fluchtverhalten Der Hahn hält einen konstanten Abstand von mind. 20m ein. Flüchtet zu Fuß und fliegt nur im Notfall. Die Henne versteckt sich tagsüber im hohen Gras und flüchtet stets erst im letzten Moment fliegend.
Natürliche Feinde Alle Beutegreifer wie Greifvögel, Fuchs, Marder, etc, aber auch Eierdiebe wie Rabenvögel, Igel, Ratten, etc.
Besonderheiten Übernachtet auf Schlafbäumen. Nimmt Sandbäder um sich von Ungeziefer zu befreien. Benötigt Kieselsteine oder Stücke von Schneckenhäusern zur Verdauung.

Fach- und Jägersprache zum Jagdfasan

Hahn männliches Tier
Henne weibliches Tier
Küken Junge
Gesperre Henne mit Küken/Jungfasanen
Gelege Eier, bzw. Eier mit Nest
Losung/Gestüber Kot
Balz Paarungszeit
Treten Begattung
Abreiten Auffliegen
Bukett Mehrere aufsteigende Hähne
Infanterist Laufender Fasan
Hudern Schützen der Nestlinge vor ungünstigen Witterungseinflüssen
Huderpfanne Staubbadestelle
Mauser Wechsel/Erneuerung der Federn
Schaufeln/Spiel Schwanzfedern/Schwanz
Rosen Rot gefärbter Kopfbereich, schwellen während der Balzzeit an
Ständer Beine
Sporn Dorn an der Hinterseite des Ständers des Fasanenhahns
Fasanerie Anlage zur künstlichen Aufzucht von Fasanen
Fasanenmeister Leiter der Fasanerie
Fasanenwärter Gehilfe des Fasanenmeisters
Fasanenkammer Überwinterungsraum
Fasanenschütte Futterplatz

Übersetzungen

Bulgarisch Fasan
Dänisch Fasan
Englisch Pheasant
Französisch Faisan
Italienisch Fagiano
Niederländisch Faisant
Polnisch Fazan
Russisch Fasan
Spanisch Faisan
Schwedisch Fasan
Tschechisch bažant
Türkisch sülün
Ungarisch Fácán

Quellenangaben

  • #1. Max Kroll | Der Fasan | 2. Auflage | 1963 | Neumann Verlag, Radebeul
    • #a. S. 29
    • #b. S. 24
    • #c. S. 15-17
    • #d. S. 12, 67-75
    • #e. S. 25
    • #f. Datentabelle S. 71
    • #g. S. 27
    • #h. S. 37-43
    • #i. S. 27-28
    • #j. S. 29-30
    • #k. S. 50-52
    • #l. S. 241-243
  • #2. N.Glutz von Blotzheim, Kurt M. Bauer, Einhard Bezzel | Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 5, Galliformes und Gruiformes | 1973 | Akademische Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main
    • #a. S. 337-338
    • #b. S. 351
    • #c. S. 353
    • #d. S. 358
    • #e. S. 354-360
    • #f. S. 335
    • #g. S. 348
    • #h. S. 346-348
  • #3. Schriftenreihe des Landesjagdverbandes Bayern e.V.| Band 18: Niederwildsymposium | Die PDF kann hier heruntergeladen werden
    • #a. Prof. Dr. Dr. Rüdiger Korbel | Artikel Biologie und Erkrankungen beim Fasan unter besonderer Berücksichtigung visueller Leistungen | S. 39-44
  • #4. Wikipedia-Artikel über den Fasan
  • #5. Prof. Dr. med. vet. Hans Schulze | Jäger, Jagd und Wild | Band 2 Federwild | 1976 | Landbuch-Verlag, Hannover
    • #a. S. 66
    • #b. S. 68
    • #c. S. 69
    • #d. S. 65
    • #e. S. 49
  • Quelle unbekannt
Fasanenhahn putzt sein Gefieder

Über den Autor

Sven Caspers Naturfotograf

Geschrieben von Sven Caspers. Naturfotograf, Gießereimeister und Inhaber von waldfoto.de

Bei Fragen zum Artikel oder zu anderen Themen rund um Naturfotografie, könnt Ihr mir gerne schreiben